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[Rezension] Kathrine Kressmann Taylor: Adressat unbekannt

April 26, 2012

Infos zum Buch
Autor: Kathrine Kressmann Taylor (Übersetzung von Dorothee Böhm)
Titel: Adressat unbekannt (Originaltitel: Address Unknown)
Seiten: 69
ISBN: 978-3455076745
Preis: 10,00€ (TB)
Erschienen:  August 2000 bei Hoffmann und Campe

Zum Inhalt:
Die beiden Freunde Max Eisenstein und Martin Schulse haben in Amerika gemeinsam eine Galerie eröffnet. Nachdem Martin Schulse wieder in sein Heimatland Deutschland zurückgekehrt ist, schreiben sich Beide gegenseitig Briefe. Max hat vor allem Angst um seine Schwester Griselle, die eigentlich in Wien Schauspielerin ist, nun aber in Berlin ein Jobangebot hat. Die beiden Geschwister sind jüdisch und es ist gerade die Zeit der Machtergreifung Hitlers. Nach Amerika dringen darüber viele Gerüchte und deshalb bittet Max seinen Freund Martin darum, dass er sich um Griselle kümmert.

Meine Meinung:

Mich hat das Buch ziemlich beeindruckt. Vor allem die Sprache ist eindrucksvoll. Die Wörter, welche Max und Martin wählen, verdeutlichen sehr gut, wie stark diese Zeit die Menschen verändert hat. Besonders der Gegensatz, also einerseits die Briefe von Max aus Amerika und andererseits die von Martin aus Deutschland, zeigen die verschiedenen Lebenseinstellungen in den beiden Ländern. Ich finde es auch sehr ergreifend, was zwischen den Zeilen gesagt wird.

Ich habe das Buch schon vor ein paar Jahren gelesen und habe es nun im Rahmen des Welttag des Buches noch einmal gelesen. Es hat mich schon beim ersten Mal sehr beeindruckt, aber ich muss sagen, als ich es jetzt zum zweiten Mal gelesen habe und schon gewusst habe, wie es ausgeht, konnte ich mich viel mehr auf die Entwicklung der Geschichte konzentrieren. Obwohl das Buch recht kurz ist, sagen diese Seiten so viel aus.

Die Autorin hat den Briefroman auf einige tatsächlich existierende Briefe aufgebaut, allerdings sind ihre Briefe und die Geschichte darum fiktiv. In der heutigen Zeit ist es für viele nicht vorstellbar, wie und vor allem warum sich die Menschen damals dem Nationalsozialismus zugewandt haben. Mir persönlich haben diese Geschichte und besonders die Briefe von Martin zumindest eine Ahnung vermittelt, wie es in der Zeit nach dem Krieg in Deutschland gewesen ist und wieso die Menschen damals froh waren, dass sich jemand in der Regierung um ihre Angelegenheiten kümmert. Es ist allerdings sehr erschreckend, wie diese „Gehirnwäsche“ dann voranschreitet.

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3 Kommentare leave one →
  1. April 26, 2012 21:08

    Mir ging es genauso wie dir. Ich habe das Buch vor einem Jahr per Zufall mal entdeckt und gleich geliebt, weil es so schön deutlich zeigt, wie schnell sich Leute entfremden und was für eine Gehirnwäsche die Nazis gemacht haben.

    Für den Welttag des Buches hatte ich mir auch „Adressat unbekannt“ ausgesucht. Lustig, dass wir beide das gleiche hatten. 😉

    • April 27, 2012 07:40

      Mir hat es damals meine Vermieterin (übrigens eine Bookcrosserin :-)) sehr ans Herz gelegt und ich habe dann das Buch bei ihr ausgeliehen. Jetzt bin ich aber froh, ein eigenes Exemplar zu haben, denn das Buch ist wirklich schön und erschreckend und echt leseswert! Ich werde es auch sicherlich nochmal irgendwann lesen.

      Wir mögen eben wirklich die gleichen Bücher 🙂 Und bald auch wieder gemeinsam!

      • April 27, 2012 10:19

        Eine Version habe ich auch behalten, obwohl ich es nochmal auf Englisch habe. 😉 Ne, aber das Buch ist echt toll, schade, dass es nicht öfter in der Schule oder so gelesen wird. Das würde Schüler bestimmt nicht so abschrecken, da es ja so dünn ist und lehrreich ist es ja auch ungemein!

        Ohja, ist ziemlich praktisch und so oft hat man das ja auch nicht. 🙂 Wobei wir teilweise ja schon andere Bücher lesen, oder? Übrigens musst du dir das Kühlfach beschaffen, ich habe die Tage Teil 3 gelesen und mag jetzt unbedingt 4 haben. Die sind einfach nur herrlich schräg! 😀 Fast hätte ich jetzt zu Winterkartoffelknödel gegriffen, aber in der nächsten Zeit ist es endlich mal dran! 🙂

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