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[Rezension] Jürgen Schmieder: Du sollst nicht lügen

Juni 9, 2012

Infos zum Buch
Autor: Jürgen Schmieder
Titel: Du sollst nicht lügen
Seiten: 336
ISBN: 978-3570100448
Preis: 14,95€ (HB)
Erschienen: März 2010 bei C. Bertelsmann

Zum Inhalt:
Jürgen Schmieder hat, wie viele andere auch, schon einmal versucht, in der Fastenzeit auf etwas zu verzichten. Keine Süßigkeiten essen zum Beispiel oder auch mit dem Rauchen aufzuhören.

Nun hat er sich aber vorgenommen, nicht mehr zu lügen und nur noch ganz ehrlich seine Meinung zu sagen. Da das Projekt ein Verzicht von Lügen darstellt, hat er sich als Zeitraum die Fastenzeit, also 40 Tag, vorgenommen und in diesem Buch seine Erfahrungen dazu aufgeschrieben.

Meine Meinung:
Ich mag Erfahrungsberichte und bin wirklich beeindruckt, wenn jemand sich etwas vornimmt und das dann auch wirklich durchzieht. Bei mir scheitert es meist an der tatsächlichen Umsetzung und einem absolutem Durchhaltevermögen, wenn ich von etwas nicht hundertprozentig überzeugt bin.

Dass das Buch in thematische Kapitel unterteilt war und Jürgen Schmieder viele Hintergrundinfos zum Thema Lüge und Wahrheit recherchiert hat, habe ich sehr interessant gefunden. Ich möchte allerdings ehrlich sein, so ehrlich wie Jürgen Schmieder. Deshalb muss ich sagen, dass mich das Buch nicht absolut vom Hocker gehauen hat und dass ich zwischendurch gedacht habe: „Mensch Jürgen, sei doch nicht so arrogant und herablassend zu anderen Menschen!“ Die Wahrheit sagen bedeutet nicht, dass man seine Mitmenschen unbedingt beleidigen muss.

Ich muss außerdem sagen, dass ich zwischendurch etwas genervt war, von den Wiederholungen. Beispielsweise dass sämtliche Familienmitglieder, Freunde und Bekannte dadurch beschrieben werden, in welchen Disziplinen sie bei Schlag den Raab oder bei Wer wird Millionär glänzen können. Hier hätte ich mir auch gerne einmal etwas anderes gewünscht.

Ich habe es dagegen besonders interessant gefunden, wie andere Menschen auf das Projekt von Jürgen Schmieder reagiert haben und wie sie damit umgegangen sind, dass ihnen ganz ehrlich die Meinung gesagt wird. Wenn die Wahrheit allerdings beleidigend vermittelt wird, kann es oft zu einer Reaktion kommen, die ebenfalls beledigend ist. So nach der Art „wie du mir, so ich dir“. Da geht es dann einfach nur noch um heimzahlen.

Jürgen Schmieder hat in der Fastenzeit, in der er auf das Lügen verzichtet hat, einige sehr interessante Erfahrungen gemacht, die für mich allerdings nicht immer ganz nachvollziehbar waren. Viele der Episoden waren lustig, andere sarkastisch, wieder andere schmerzhaft für den Autor (und dadurch wirklich lustig für mich als Leser), manche haben mich aber auch zum Nachdenken gebracht. Ich denke seit diesem Buch bewusster darüber nach, was ich anderen Menschen gegenüber sage und vor allem, wie es bei ihnen ankommt. Die Tatsache, wie viele kleine Lügen jeden Tag über unsere Lippen kommen, ist schon irgendwie erschreckend.

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Vom Randomhouse Verlag gibt es auf YouTube ein kurzes Video mit Jürgen Schmieder:

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One Comment leave one →
  1. Juni 12, 2012 19:33

    Die sogen. White Lies sind ja eigentlich essentiell für das menschliche Zusammenleben und daher ja auch nichts schlimmes, wie ich finde.

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